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StEB Magdeburg steht Finanzierungsrichtlinie skeptisch gegenüber

In den letzten Wochen häufen sich beim StEB Magdeburg die Anfragen besorgter Eltern bezüglich der Finanzierungsrichtlinie für Kindertagesstätten und Horte. Die Eltern der jüngsten Magdeburger haben Angst, dass ein Kita- oder Krippenplatz in Zukunft fast unbezahlbar wird und können die Gründe für eine Entgelterhöhung nicht nachvollziehen. Ihnen fehlt in erster Linie Transparenz, was mit dem Begriff „Zusatzbeiträge“, die bei einer Erhöhung des Elternbeitrages wegfallen sollen, gemeint sei und welche Kosten tatsächlich trotz der angestrebten „Vereinheitlichung“ noch anfallen könnten, zum Beispiel für fakultative Angebote wie Schwimmkurse oder musikalische Früherziehung oder frühkindlichen Englischunterricht.

Unklar ist den Eltern auch, was sich hinter der Formulierung „besonderes pädagogisches Konzept“ verbirgt, das ja hauptsächlich als Grund für eine Kostenerhöhung herangezogen wird. Diese Frage konnte bisher auch vom Jugendamt auf Nachfrage des StEB nicht eindeutig beantwortet werden. Auch die Frage danach, was sich hinter „Regelbetreuung“ verbirgt, ist nicht ganz klar – hier scheinen Jugendamt und Träger sehr unterschiedliche Ansichten zu vertreten – zu Ungunsten der Eltern und der zu betreuenden Kinder.
Am meisten stößt den Eltern die Kappung der Geschwisterregelung auf – sie wird als sozial ungerecht empfunden: Es ist nicht nachvollziehbar, wieso plötzlich nur noch die Kinder bei einer Beitragsstaffelung der Entgelte herangezogen werden sollen, die unter die Regelungen des KiFöG fallen. Jugendliche, die sich in schulischer oder beruflicher Ausbildung befinden und Studenten bescheren den Eltern in der Regel nicht wenige Kosten, sollen aber bei der Festlegung des Elternbeitrages plötzlich außer Acht gelassen werden. Damit werden wieder die Familien belastet.

Prinzipiell begrüßt der StEB die Vereinheitlichung der Elternbeiträge, weil für einkommensschwache Familien durch die neue Finanzierungsrichtlinie die Möglichkeit geschaffen wird, dass der gesamte (erhöhte) Elternbeitrag gefördert werden kann, was die betroffenen Familien entlasten würde. Dann muss aber aus unserer Sicht sichergestellt werden, dass keine zusätzlichen Kosten für die Eltern durch weitere Angebote in den Kitas bzw. Horten entstehen.

Ab Februar können Eltern, die die Hilfe des StEB in Anspruch nehmen möchten, am jeweils ersten Dienstag des Monats die Elternsprechstunde des StEB im Kinder- und Jugendhaus „Next Generation“ in der Rogätzer Str. 21 nutzen, um ihre Probleme oder Bedenken mit den gewählten Elternvertretern zu besprechen und Lösungen zu finden.

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